6.9.2017 Tarifverhandlung mit hessischer Tarifgemeinschaft ergebnislos:

IG Metall fordert ultimativ die Tarifgemeinschaft auf die Bedenkzeit bis zum 26.09.2017 zu nutzen um geforderte unverschämte Verschlechterung der Kfz Tarifvertrag vom Tisch zunehmen Es bleibt dabei #kfzhessen – Vollgas für Tarifverträge

Am 6. September fand in Wiesbaden die erste Tarifverhandlung mit der neugegründeten Tarifgemeinschaft für das Hessische Kraftfahrzeuggewerbe e.V. in Wiesbaden statt.

weitere Informationen zu den Tarifverhandlungen am 6.9.2017

Die Tarifgemeinschaft hatte sich nach der rechtwidrigen Weigerung des Landesinnungsverbandes des Kfz Gewerbes Hessen und der einzelnen Innungen gegründet, nachdem der Landesinnungsverband alle Tarifverträge des hessischen Kfz Gewerbes gekündigt hatte und sich weigerte mit der IG Metall zu verhandeln. Die Tarifgemeinschaft ist ein freiwilliger Zusammenschluss – nach eigenen Angaben von 66 – Betrieben (von rund 2500!) des hessischen Kfz Gewerbes.

Die Verhandlungskommission der Arbeitgeber bestand neben dem Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft Joachim Hahn vom Autohaus Wiest in Darmstadt, dem Vorsitzender der Tarifgemeinschaft Ralf Funke vom Autohaus E. Funke (Kirchheim) sehr zur Verwunderung der IG Metallverhandlungskommission aus dem Geschäftsführer des Landesverbandes des Kfz Gewerbes Hessen Joachim Kuhn und dem Tarifexperten des Landesverbandes und Geschäftsführer Wirtschaftsgesellschaft und Berater Betriebswirtschaft Roger Seidel.

Paradox: Erst weigert sich der Landesverband mit der IG Metall zu verhandeln, dann organisieren deren Geschäftsführer und Führungskräfte die Tarifflucht im Kfz Gewerbe in Hessen. Werden hier die Mitgliedsbeiträge der Innungsmitglieder sachfremd und entgegen der Haushaltsrechtlichen Bestimmungen verwandt um tarifpolitisches Harakiri zu organisieren?

Die Verhandlungskommission der IG Metall unter Leitung des Tarifsekretärs der IG Metall Bezirksleitung Mitte Josef Windpassinger wurde von der gesamten Tarifkommission der IG Metall für das hessische Kfz Gewerbe zum Verhandlungslokal zu begleiten und der Tarifgemeinschaft lautstark deutlich zu machen was sie von ihren Forderungen hält: „Kfz Hessen – Tarifflucht vergessen! Tarifvertrag wollen wir darum sind wir heute hier!“

Die bisherigen solidarischen betrieblichen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen der Kampagne #kfzHessen – Vollgas für Tarifverträge zeigten erste deutliche Wirkungen im Arbeitgeberlager.

Die Arbeitgeber begründeten nochmals ihre Forderungen zur Verschlechterung der bisherigen Tarifverträge im hessischen Kfz Gewerbe, wobei sie signalisierten über die Streichung des Zuschlags am Samstag und den Nachtschichtzuschlag erst ab 22:00 Uhr bezahlen zu wollen „nochmals nachzudenken“. Sie hätten die vielfältigen Aktivitäten der IG Metall zur Kenntnis genommen. Dennoch würden sie auf die Einführung einer zweiten Entgeltlinie für die Beschäftigten die neu in den Betrieb kommen bestehen. Auch die Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) muss an die Ertragslage des Betriebes angepasst nach Vorstellung der Tarifgemeinschaft werden.

 

Die Verhandlungskommission hat den Arbeitgeber erklärt dass eine zweite Entgeltlinie in den Betrieben nicht in Frage kommt, weil es in den Betrieben keine zwei Klassengesellschaft geben kann. Es kann nicht sein, dass Beschäftigte, die neu in den Betrieb kommen bei gleicher Arbeit schlechter bezahlt als Arbeitnehmer die schon im Betrieb.

Ein völlig falsches Signal in Zeiten in denen Fachkräfte dringend gesucht und benötigt werden. Es muss faire und tarifvertragliche geschützte Arbeitsbedingungen geben und die bisherigen Tarifverträge im Kfz Handwerk Hessen nach dem 30.09.2017 wieder in Kraft gesetzt werden.

Die Beschäftigten im Kfz Gewerbe Hessen und ihre Gewerkschaft IG Metall bleiben bei den Forderungen:

  • -Erhöhung der Entgelte 5%, überproportionale Anhebung der Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten
  • Übernahme der Auszubildenden
  • Übernahme der Tarifverträge die mit dem Landesverband abgeschlossen wurden in unveränderter Form.

„Die IG Metall ist jederzeit bereit mit der Tarifgemeinschaft über die Modernisierung von Tarifverträgen zu verhandeln und auch dies zu vereinbaren. Aber Einschnitte bei den Leistungen der Arbeitnehmer werden wir nicht hinnehmen. Das ist alter Wein in neuen Schlauchen und keine Modernisierung von Tarifverträgen.“ erklärte IG Metall Verhandlungsführer Josef Windpassinger

26.9.2017 Verhandlungstage sind Aktionstage

Die Arbeitgeber haben bis zum nächsten Verhandlungstermin 26. September 2017 Zeit darüber Nachzudenken ob sie mit der IG Metall einen fairen Flächentarifvertrag abschließen wollen. Sonst provozieren sie weitere Unruhe in den Betrieben weiter!

In den nächsten Tagen gehen die öffentlichkeitswirksamen Aktionen der Kampagne #kfzhessen – Vollgas für Tarifverträge weiter

Erst wenn unten links die Unterschrift unter den Tarifverträgen für das hessische Kfz Gewerbe steht und die bisherigen Tarifverträge gesichert sind wird sich die Unruhe legen. 

Daher gilt gerade jetzt weiter: #kfzhessen – Vollgas für Tarifverträge

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