ERSTE TARIFVERHANDLUNG IM KRAFTFAHRZEUGHANDWERK HESSEN OHNE ERGEBNIS

IG Metall fordert 5 Prozent Entgelterhöhung und überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen

Frankfurt am Main/Niedernhausen. Die erste Tarifverhandlung für das hessische Kfz-Handwerk ist heute Vormittag in Niedernhausen ohne eine Einigung beendet worden. Josef Windpassinger, Verhandlungsführer der IG Metall, sagt dazu: „Die hessischen Arbeitgeber haben ein völlig unzureichendes Angebot vorgelegt. Das reicht bei weitem nicht aus, die Erwartungen unserer Kolleginnen und Kollegen würden damit bei weitem nicht erfüllt.“

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld sowie eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Sehr ungewöhnlich das Vorgehen der Arbeitgeber: Sie legten zwei Angebote auf einmal vor, die Variante 1 sieht ab 1. August 2019 eine Erhöhung um lediglich 2,3 Prozent und ab 1. Oktober 2020 noch einmal um 2,0 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 24 Monaten vor, die Variante 2 mit einer Laufzeit über drei Jahre hinweg jeweils Erhöhungen um 2,0 Prozent ab 1. August 2019, 1. Oktober 2020 und 1. Oktober 2021. Für die Auszubildenden bieten die Arbeitgeber 30 Euro mehr pro Ausbildungsjahr zum 1.

August 2019 und 20 Euro mehr ab 1. Oktober 2020, bei der dreijährigen Variante auch zum 1. Oktober 2021.

Noch einmal Josef Windpassinger: „Wir wollen einen fairen Anteil an den guten Gewinnen der Betriebe. Unser Ziel ist, das Kfz-Handwerk für Fachkräfte attraktiver und zukunftsfähiger zu machen. Dazu müssen uns die Arbeitgeber ein deutlich besseres Angebot vorlegen, auch im eigenen Interesse. Das werden heute Nachmittag die über 300 Beschäftigten der OTLG in Baunautal in einem ersten Warnstreik fordern.“

Die Tarifverträge im hessischen Kfz-Handwerk gelten für etwa 12.500 Beschäftigte in über 150 Betrieben. Sie werden auf Seiten der Arbeitgeber von der Tarifgemeinschaft des hessischen Kraftfahrzeuggewerbes geführt, die sich 2017 gebildet hatte. Da dieser Tarifgemeinschaft nicht alle Kfz-Betriebe angehören, kämpft die IG Metall seit zwei Jahren auch darum, die Tarifbindung im hessischen Kfz-Gewerbe auszuweiten.

Dazu gibt es am morgigen Freitag eine Konferenz in Niedernhausen und einen Aktionstag in Idstein: Unter dem Motto „Vollgas für Tarifverträge“ werden Autohäuser, die noch nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft sind, aufgefordert, die Tarifbindung für die Beschäftigten wieder herzustellen. Eine öffentliche Aktion beginnt um 13.30 Uhr vor dem Autohaus Schmitt, Am Wörtzgarten 20 und führt entlang einiger anderer Autohäuser, die sich bislang der Tarifbindung verweigern. An der Konferenz in Niedernhausen wird Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall teilnehmen. Auch er fordert die Arbeitgeber auf, zur Tarifbindung zurückzukehren: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ein Gebot der Vernunft, Voraussetzung dafür ist die Tarifbindung. Sie ist die Gerechtigkeitsfrage Nummer 1“.

Schreibe einen Kommentar


*