13.12.2017 #kfzhessen Vollgas für Tarifverträge

Weihnachtsgeld kommt nicht vom Weihnachtsmann…

sondern vom IG Metall Tarifvertrag!

Die IG Metall wünscht allen Mitgliedern und Beschäftigten im KFZ Handwerk aus diesem Anlass ein frohes Fest, einen guten Rutsch in das neue Jahr mit Gesundheit und viel Erfolg.

Weitere Informationen zum Thema Weihnachtsgeld

Was gilt im hessischen Kfz Handwerk 2017?

In diesen Tagen kommt in vielen Betrieben zusätzliches Geld auf das Konto. Im Volksmund „Weihnachtsgeld“ genannt. Eine betriebliche Sonderzahlung. Kein Geschenk des Arbeitgebers, sondern Ergebnis der Solidarität durch IG Metall Tarifverträge.

Was gilt in Betrieben der Tarifgemeinschaft?

In Betrieben der Tarifgemeinschaft des hessischen Kfz Gewerbes, haben alle IG Metall Mitglieder nach § 3 Absatz 1 Tarifvertragsgesetz einen Rechtsanspruch auf die betriebliche Sonderzahlung. Dies ist eine tarifvertragliche Belohnung für die Betriebstreue und sie beträgt nach 36 Monaten Betriebszugehörigkeit 50 %. Die Bemessungsgrundlage ist der Bruttolohn/Gehalt (nicht mitgerechnet werden zusätzliches Urlaubsgeld, vermögenswirksame Leistungen und Gratifikationen in der Zeit vom 1.1. bis 31.10 dividiert durch 10). Durch die Wiedereinsetzung aller Tarifverträge des hessischen KFZ Gewerbes für die Mitglieder in den Betrieben der Tarifgemeinschaft gilt dies direkt. Für Nichtmitglieder der IG Metall ist dies eine freiwillige übertarifliche Leistung. Der Arbeitgeber kann sie gewähren, aber entgegen der Situation bei den IG Metall Mitgliedern jederzeit wieder wegnehmen. Dies insbesondere dann, wenn er „unter Vorbehalt“ zahlt und die Regelung der betrieblichen Sonderzahlung nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag geregelt ist. Nur Mitglieder der IG Metall haben dies gemeinsam durchgesetzt und haben einen Rechtsanspruch.

Was gilt betreffend Weihnachtsgeld in Betrieben des hessischen Kfz Handwerkes die (noch) nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft sind? 

Das kommt darauf an, ob der Beschäftigte vor dem 30.9.2017 Mitglied der IG Metall war oder nicht. Für die Mitglieder der IG Metall, die vor dem 30.09.2017 Mitglied waren ist der Tarifvertrag über betriebliche Sonderzahlung in der Nachwirkung gem. § 4 Absatz 5 des Tarifvertragsgesetzes. Das begründet für dieses IG Metall Mitglied einen Rechtsanspruch. Alle anderen sind auf „good will“ des Arbeitgebers angewiesen. Das alles spricht dafür sich im Neuen Jahr stark zu machen, das auch in diesen Betrieben der Tarifvertrag gilt oder das der Betrieb in die Tarifgemeinschaft eintritt. Dies geht nur mit vielen Mitgliedern der IG Metall. Nur so sind wir stark genug diesen MehrWert mit Tarif auch gemeinsam durchzusetzen für die Zukunft.

Nähere Informationen, Beratung und Unterstützung bei den hessischen Geschäftsstellen der IG Metall

Wer mitmachen, mitgestalten und Rechtsansprüche für die Zukunft durchsetzen will, hier geht’s zum Online-Beitrittsformular

Was machen wir wenn der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld nicht zahlt? 

Mitglieder der IG Metall haben es gut. Sie haben Rechtsansprüche wenn sie in Betrieben der Tarifgemeinschaft arbeiten oder in Betrieben, die in der KFZ Innung sind aber nicht in der Tarifgemeinschaft, aber vor dem 30.09.2017 Mitglied waren haben einen einklagbaren Rechtsanspruch aus dem IG Metall Tarifvertrag.

  1. Schritt Kontakt zur IG Metall aufnehmen
  2. Schritt Schriftlich das Weihnachtsgeld in der richtigen Höhe geltend machen beim Arbeitgeber
  3. Zahlt der Arbeitgeber nicht, obwohl er verpflichtet ist, dann kann der sich aus dem geforderten Bruttobetrag ergebene Nettobetrag mit Zinsen eingeklagt werden. Die IG Metall Mitglieder bekommen dafür Rechtsschutz durch die IG Metall Geschäftsstelle und sind daher auf Grund ihres Mitgliedsbeiträge gut geschützt und gesichert.

Zahlt ein nicht tarifgebundener Arbeitgeber nicht, dann zusammen tun und Betrieb organisieren, um Tarifvertrag für den Betrieb gemeinsam durchzusetzen.

Vorsicht Fallen!

Keine neuen Arbeitsverträge unterschreiben. Insbesondere nicht in Betrieben, die nicht in der Tarifgemeinschaft sind. Dann sind für die Mitglieder dort die Ansprüche weg.

Gibt es bei Euch einen Betriebsrat, dann darf dieser keine „freiwillige Betriebsvereinbarung“ machen, ohne vorher mit der IG Metall GS sich abgestimmt zu haben. Dies betrifft sowohl die Situation dass der Arbeitgeber die betriebliche Sonderzahlung erfolgsabhängig gestalten will, als auch in einer behaupteten wirtschaftlichen Notlage. Dies könnte die Ansprüche auf Weihnachtsgeld verkürzen. Also immer erst beraten lassen von der IG Metall, bevor etwas unterschrieben wird. Der Arbeitgeber kann diese Betriebsvereinbarungen nicht einseitig erzwingen!

Tarifvertrag betriebliche Sonderzahlung und Tarifvertrag über Zusatzvereinbarung hier herunterladen:

kfzhessen_Tarifvertrag_betriebliche -Sonderzahlung 

kfzhessen_Tarifvertrag_betriebliche -Sonderzahlung_Zusatzvereinbarung 

Die IG Metall Bezirksleitung Mitte wünscht Euch eine frohes und erholsames und vor allem friedliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr.

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